Camperfreud und Camperleid


Nach ein paar Tagen Auckland starten wir nun unser Neuseeland-Abenteuer auf der Südinsel in Christchurch. Wir nehmen den Domestic-Flug mit EasyJet und auch das war gut so. Noch sind nämlich die Fähren von Wellington nach Picton nicht wieder in Betrieb. Der Fähranleger in Picton ist nach dem Erdbeben stark in Mitleidenschaft gezogen, so dass keine Fähren anlegen können.
Uns erwartete ein ruhiger Flug bei bestem Wetter und bester Sicht. Der Flieger ging schon gleich nachdem er die Südinsel erreichte, auf 3000 m herunter, sodass wir einen tollen Inselrundflug mit spektakulären Bildern genießen konnten.
Vom Flughafen brachte uns ein Shuttlebus zum Autovermieter. Wir hatten schon in Deutschland bei Britz einen Mercedes-Outbounder-Wohnmobil für vier Personen gebucht. Diesen haben wir hier in Empfang genommen. Nach nicht einmal einer Stunde rollten wir vom Hof und machten unsere ersten Erfahrungen mit dem Fahren auf der „falschen“ Seite. In Neuseeland ist Linksverkehr, wie im Commonwealth üblich. Der Kreisverkehr läuft im Uhrzeigersinn und doch hat Rechts Vorfahrt. Erstaunlich – man gewöhnt sich recht schnell daran, zumal man auch auf der anderen Seite sitzt.

Unsere ursprüngliche Planung wurde durch das Erdbeben außer Kraft gesetzt. Wir wollten die Küstenstraße 1 Richtung Kaikoura nach Norden hochfahren und hier uns einen Stellplatz suchen. Aber diese Straße ist aufgrund starker Beschädigungen immer noch voll gesperrt. (Link ⇒ Süddeutsche Zeitung, 14.11.2016)
Der erste Campingplatz, den wir uns auserkoren hatten, sollte nur wenig südlich von Christchurch liegen, mit einem herrlichen Blick auf’s Meer.
Vorher ging’s noch in einen Countdown (eine der großen Supermarktketten in NZ) zum Einkaufen der nötigsten Dinge für die kommenden Tage. Das schlug gleich mit ca. 310 NZ-Dollar ins Kontor. Etwas teuer ist es hier schon, hier ein paar Auszüge:

  • 500g Butter: 4,80 NZD
  • 600g Schinken; 9,99 NZD
  • 500g Honig: 15,79 NZD (das war fast der günstigste, aber dafür auch der wunderbare Manuka-Honig)
  • 2,5kg Kartoffeln: 6,99 NZD
  • 12x330ml Steinlager Bier: 23,49 NZD
  • 750 ml Rotwein: 9,00 NZD
  • 1,5 kg Äpfel: 5,49 NZD (aber die schmecken super lecker!!! Außergewöhnlich!!!)
  • 10g frischer Chili: 4,99 NZD
  • 500g Zucker: 1,99 NZD
  • 1 kg griechischer Joughurt: 6,00 NZD
  • 750 ml Sonnenblumenöl: 3,00 NZD
  • 3 Liter Milch: 4,80 NZD (auch hier ein deutlich besserer Geschmack als in Old Germany)

Kurz darauf stellten wir bei einem Blick auf die Armaturen fest: Der Tank ist nahezu leer!!!
Die nächste Tankstelle war nicht weit, aber das war nicht geplant. Schließlich hatten wir für einen vollen Tank bezahlt. Da waren wir schon etwas angesäuert.
Die Straße zum Camp verlief die letzten Kilometer einspurig in Serpentinen den Berg hinauf. Es war eng mit dem dicken Camper! Oben glücklich angekommen, stellten wir fest, dass der Campingplatz geschlossen war: Volltreffer! (Und dabei gab uns Britz die Empfehlung für diesen Platz!) Auf dem Parkplatz davor stand auf einem Hinweisschild, dass Campen verboten ist – ab 20:00 Uhr wird kassiert. Also wieder runter – schwitz!

Etwas frustriert und auch langsam hungrig disponierten wir um und suchten uns nun im Speckgürtel von Christchurch einen Campingplatz, um hier eine Nacht erstmal zu bleiben. Der Besitzer war – wie bisher alle Kiwis – sehr freundlich. Der Platz war super sauber, auch die sanitären Einrichtungen. Am nächsten Morgen fuhren wir nochmal die Mietstation an, um einige Fragen zum Camper und zum leeren Tank zu klären. Hier wurden wir zuvorkommend bedient und die Tankfüllung cash ausbezahlt. Eine Entschuldigung gab’s auch: Als Grund wurde das Erdbeben und die Lieferschwierigkeiten mit Diesel genannt.

Inzwischen hatten wir uns einen neuen Plan zurecht gelegt, jetzt sollte es nach Süden in Richtung Dunedin gehen. Da wir keine Lust haben, die 360km in einem Zug zu fahren, haben wir ein Camp in der Mitte am Waitaki-River kurz hinter Glenavy als Ziel der ersten Etappe. Hier angekommen und nach dem ersten Blick auf die gepflegte Anlage, buchten wir spontan für drei Tage, um erstmal etwa zu relaxen.
Freut Euch auf den nächsten Beitrag – hier gibt’s was von der schönen Umgebung des Camps zu sehen.